Reichenbach trauert um Philipp Meßmer

Philipp Meßmer prägte das Leben der Dorfgemeinschaft auf vielfältige Weise. Foto: Vögele
Mit dem Tod von Philipp Meßmer entsteht eine große Lücke im Ort. Er war Turner beim TuS, unterstützte den Musikverein und engagierte sich bei karitativen Einrichtungen.
Der Ortsteil muss von einem Mitbürger Abschied nehmen, der auf vielfältige Weise das Leben der Dorfgemeinschaft prägte: Im Alter von 73 Jahren starb nach einer heimtückischen Krankheit Philipp Meßmer, der in der Alten Landstraße gelebt hatte. Sein Tod hinterlässt in der kommunalen und kirchlichen Gemeinde eine große Lücke. Seine Wiege stand in Welschensteinach, wo er in einer Säger- und Bauernfamilie aufwuchs und von klein auf als echter Schwarzwälder mit allem in Berührung kam, was mit Holz zu tun hatte. Er erlernte den Beruf als Sägewerker und blieb diesem in vielfachen Verästelungen zeitlebens treu, hielt die Kontakte zu den Meisterkollegen des Lehrinstituts Rosenheim aufrecht, engagierte sich als Ausgleich zum oft harten Arbeitsleben im Gesangverein und beim Theaterspiel seiner Heimat.
1979 heiratete er Hildegard Bemmer aus der Schergasse und gründete mit ihr eine Familie, der zwei Kinder entsprossen. Der quirlige junge Neubürger engagierte sich in der neuen Heimat als aktiver Turner und Organisator beim TuS Reichenbach, unterstützte mit viel Empathie den Musikverein, der ihn für seine Verdienste zum Ehrenmitglied ernannte, brachte sich mit vielen Ideen im Orgelbauförderverein mit den legendären „Entenrennen“ sowie der Kolpingfamilie ein und gehörte zu den Initiatoren des Reichenbacher Weihnachtsmarkts. Seine selbstgefertigten kleinen Holzkunstwerke bereicherten diesen Markt und fanden viele Abnehmer.
Sein Glaube und seine Überzeugung drängten ihn, sozial zu denken und dort mitzuhelfen, wo Hilfe nottat. Viele Jahre wirkte er tatkräftig bei der Bosnienhilfe des Katholischen Bildungswerks Reichenbach mit. Nach seinem Arbeitsleben stellte er seine Zeit und Kraft dem Arbeiter-Samariter-Bund zur Verfügung und fuhr viele Kinder und Jugendliche mit Behinderung aus der Ortenau in ihre Schulen. Mit Herzblut beteiligte er sich seit vielen Jahren an der „Ewigen Anbetung“ des Katholischen Männerwerks auf dem Lindenberg bei St. Peter. Bei all dem blieb ihm noch Zeit, immer wieder mit Freunden und Bekannten große Radtouren durch die Heimat und viele Gegenden des Landes zu unternehmen.
